Von R. Isabelle Koschinski

Am 21.09.2017 fand die Premiere der Zauberei-Mixshow „ZauberWerk“ im Theater im Walzwerk in Pulheim statt.
Das Projekt ist eine monatliche Magieshow, in der immer wechselnde Künstler das Publikum verzaubern.
Die erste dieser Shows stand ganz im Zeichen der Mentalmagie.

Carsten Risse, der selbsternannte „Experte für überraschende Momente“, zeigte Tricks mit einer mehr oder weniger verschwindenden Colaflasche und einer etwas nervösen Zuschauerin, die sich ungern Cola über den Kopf schütten wollte; einer klassischen, etwas holprig aufgeführten „Fühlbox“ und einem in einer Zitrusfrucht erscheinenden Geldschein. In seiner zweiten Hälfte zeigte der Künstler ein schönes Kunststück, das mit der seltsamen Mischung aus Riesenkarten, Mathe und Tafeln zu tun hatte. Zudem führte er noch einen indischen Seiltrick auf, den er in eine schöne Hommage an das Theater einband. Zum Abschluss seines Auftritts zeigte Carsten noch einmal das „Puzzle des Lebens“ in einer sauber ausgeführten, sachlichen Version, die meiner Ansicht nach gerne etwas emotionaler hätte sein dürfen.

Markus erzählte etwas über den Mentalisten Erik Jan Hanussen, dessen Werk und seine ungewöhnlichen Todesumstände. Er habe, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, Prüfungen ablegen müssen. Eine davon sei ein Buchtest gewesen, den auch Markus an diesem Abend erfolgreich vorführte. Zudem ging ihm das Gedankenlesen in Form von Erraten frei gewählter Karten leicht und angenehm von der Hand. In der zweiten Hälfte seines Auftritts ließ er sogar eine Zuschauerin die Gedanken des Publikums lesen – und das sehr erfolgreich.

Rainer Mees befasste sich an diesem Abend mit der Suggestion, also der Beeinflussung. In diesem Sinne konnte er die von einer Zuschauerin frei gewählte Farbe einer Zauberwürfelseite erraten. Ein besonderes Beispiel für unterbewusste Suggestion lieferte er mit einem Experiment. Vor der Show hatte Rainer etwas in der Umgebung der Zuschauer geändert, in dem sich zuletzt gleich einer Vorhersage die zwei von einer anderen Zuschauerin frei gewählten Wörter fanden. Ein beeindruckender Effekt, der viel Raum für Spekulationen über seine Lösung lässt.
In der zweiten Hälfte berichtete er über den „Butterfly Effect“; dieser besagt, dass ein kleiner Flügelschlag hier weit weg einen ganzen Tsunami auslösen kann. Um einen eigenen Butterfly Effect auszulösen, brachte er eine Zuschauerin dazu, eine Spende an eine gemeinnützige Organisation zu leisten; nicht aber durch Hypnose, sondern allein durch eine Wette und mittels Lesen von Körpersprache.

Als vierter, spontan eingeladener Künstler trat Funny-Merlin auf. Der junge, ziemlich nervös wirkende Künstler zeigte zu meinem Erschauern ein Russisch Roulette mit Tackerpistolen, das wiederum zu meiner Erleichterung aber gut ausging. Neben diesem gruseligsten sorgte Merlin auch für den lustigsten Trick des Abends, bei dem ein vermeintlich falsch ausgeführter Tuchtrick einer Zuschauerin förmlich die Klamotten auszog.

Insgesamt war es eine schöne Mixshow, die meiner Meinung nach aber zu viel Mentalmagie auf einmal auf die Bühne brachte; für die zukünftigen ZauberWerke würde ich mir mehr Abwechslung wünschen. Dem Applaus des Publikums nach zu urteilen war es eine gelungene Premiere des „ZauberWerks“, einem Projekt, das besonders Theaterbesitzer Marco Seypelt sehr am Herzen liegt. Schon als er klein gewesen war, habe er der Zauberei ein zu Hause geben wollen, so sinngemäß in seiner Ansprache zur Show. Schaut man sich die Liste der Künstler an, die in den nächsten Monaten beim ZauberWerk auftreten, kann man sagen: Das wird Marco mit dieser Show auf jeden Fall gelingen. Zu Recht darf sich das Theater im Walzwerk auch als Zaubertheater bezeichnen. Wer Lust auf eine tolle Zauber-Mixshow hat, sollte vorbei schauen!