Am Donnerstag, den 19.10.2017 fand das zweite Mal die Mixshow „ZauberWerk“ im Theater im Walzwerk in Pulheim statt. Zu Gast waren diesmal Zauberkünstler Zantac, die AndersArtigen und Funny Merlin.

Den Anfang machte der Bonner Zauberkünstler Zantac. Er nahm das Publikum wohl direkt für sich ein, als er ein Gewinnspiel schon in der ersten Hälfte seines Auftritts versprach. Um die Spannung aber noch ein bisschen zu steigern, stieg Zantac direkt mit einer seiner Erfindungen ein, dem Materientauscher. Was wie eine unverdächtige Röhre aussah, half dem Zauberer dabei, eine Colaflasche scheinbar schrumpfen und zu einer Flasche Orangensaft werden zu lassen.


Sein nächstes Mitbringsel habe er von einem Kongress mitgebracht. Der Stab, an dem vier „Bömmel“ hängen, die miteinander oder eben auch gar nicht miteinander verbunden sind, sei auch schonmal kaputt gegangen. Aber wie der Magier bewies, ließ sich das Requisit durch einfaches Anpfeifen wieder reparieren – und war hinterher ebenso verwirrend wie zuvor.
Dann schon folgte das angekündigte Gewinnspiel, bei dem Zantac „Sachpreise im Wert von mehreren 100.000 €“ versprach. Dazu musste nur ein mehr oder weniger Freiwilliger 10€ als Gewinneinsatz tätigen und diesen unterschreiben. Die Gewinnkarte, aus der er seinen Gewinn ziehen konnte, wurde ihm dezent untergejubelt. Der Gewinn war irgendwie sauer und nicht wirklich zufriedenstellend - zumindest auf den ersten Blick.


Die zweite Hälfte des Auftritts von Zantac begann derZauberkünstler mit einem Trickverrat. Die dazugehörige Erklärung mit dem Plastikei und dem Stoffbeutel habe ich soweit verstanden. Aber wie ging das nochmal mit dem schwarzen Loch?


Dann lud Zantac sein Publikum zu einem Experiment ein. Ein Zuschauer sollte den Wert einer Karte per Gedanken an eine andere Zuschauerin übertragen. Aber erst mittels GÜM (Gedanken-Übertragung-Maschine), die sich der Zuschauer vor die Stirn halten und selbst betätigen musste, sowie mit Hilfe des Restgedankenverstärkers, den der Zuschauer auf dem Kopf trug, gelang die Gedankenübertragung – für niemanden so überraschend wie für den beteiligten Zuschauer auf der Bühne!


Ein letztes Experiment noch führte den „Erfinder“ irgendwie in die Zeit des Mittelalters. Die Möhren konnte die kleine Guillotine problemlos zerteilen; mit der Zuschauerinnenhand hatte die Maschine aber trotz schier endlosem Aufbau ihre Probleme – zum Glück!


Zantac, der auch viel als Kinderzauberer auftritt, und seine Zauberei sind irgendwie schräg, ein bisschen durchgeknallt, aber auch einfallsreich und auf jeden Fall urkomisch! Wer mehr über Zantac erfahren möchte, sollte sich mal hier umschauen: www.zauberer-bonn.com

Der zweite Act des Abends waren die Die AndersArtigen, ein Zauberer-Duo, bestehend aus Christian Gadow und Phil Schmitz. Sie starteten ihren Auftritt mit einem unglaublich kreativen und schönen Intro, mit dem sie sich und sogar ihre Sponsoren vorstellten.


Die beiden erzählten, sie haben kurz zuvor ein Paket von einem Zauberversandhandel erhalten mit einem Trick, den sie nun zum ersten Mal testen wollten. Das Paket von „Zauberlando“ enthielt neben typischen Zauberrequisiten wie Federblumen, einem Killerhasen und einem Riesenstrohhalm auch die Anleitung zu einem Trick, zu dem ein Schuh, ein Sekt und jeeede Menge Tennisbälle gehörten. Wie auch immer die Tennisbälle in den Schuh und der Sekt nicht in den Schuh gelangten, es war eine sehr unterhaltsame Nummer!


Als nächstes baten die beiden Magier zwei Zuschauer zu sich auf die Bühne, um ihnen bei einem Entfesselungstrick behilflich zu sein. Gefesselt wurden die Hände der Zauberkünstler; inmitten eines kreisrunden Vorhangs, der von den Zuschauern gehalten wurde, wollten sie sich entfesseln. Das gelang ihnen auch. Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen, in denen sie es irgendwie schlimmer und besser zugleich machten, ihr Hemd wechselten und letztendlich doch mit freien Händen wieder hervorkamen. Eine sehr schöne, individuelle und unterhaltsame Umsetzung von Entfesselungskunst.


Für die zweite Hälfte musste der Moderator des Abends, Theaterbesitzer Marco Seypelt, dem Publikum mitteilen, dass die AndersArtigen bereits nach Las Vegas abgereist waren. Stattdessen habe er kurzfristig einen anderen Zauberer engagiert, den „großen Meister“ Nudella. Der skurrile Magier „aus dem nahen Osten“ Europas mit seinen langen, sehr langen grauen Haaren und seinem gruselig-eindringlichen Blick brachte zunächst eine Zuschauerin dazu, die Vorhersage auf seinem magischen Schreibblock (mit einem entzückenden Babyelefanten vorne drauf) richtig zu erraten. Sein zweites Kunststück war noch etwas spektakulärer, denn er schaffte es, mit Hilfe seines Publikums und unter der Opferbereitschaft seines Assistenten Mutuswami die eine der fünf Papiertüten bis zum Schluss übrig zu lassen, in der sich der Nagel befand. Die große Gefahr, in die sich Nudella dabei begab ist ihm fast so hoch anzurechnen wie die Spontanität zu diesem Auftritt!
Nachdem Nudella und sein Assistent die Bühne wieder verlassen hatten, tauchten wie von Zauberhand Die AndersArtigen selbst wieder auf der Bühne auf. Zum Abschluss lieferten sie absolut Las Vegas-reife Großillusionen mit Tauben in Käfigen, gefährlich-plüschigen Raubtieren, zum Glück ebenfalls im Käfig, und als Zugabe eine großartige unterhaltsame Version der „zersägten ´Jungfrau` “.


Die AndersArtigen werden ihrem Namen mehr als gerecht. Besonders beeindruckend waren dabei die Verbindung aus kleiner Salonmagie und Großillusionen für die kleine Bühne, und das umwerfende Schauspieltalent der beiden Künstler. Mit „Nudella“ hat Phil eine Rolle geschaffen, die ebenso irritierend-unheimlich wie zum Schreien komisch ist. Gut gemacht, großer Meister! ;) Ihre Mischung aus Comedy, Theater und Zauberei ist wohl kaum mit ihren klassischen Kollegen vergleichbar. Trotz zahlreicher Lacher kamen die großartigen Effekte ihrer Kunststücke nicht zu kurz. Ein großartiges Künstler-Duo!


Die AndersArtigen sind als Zauberduo auf Bühnen sowie Firmen- und Privatevents unterwegs. Und wie ich im Nachhinein aufgeschnappt habe, ist möglicherweise auch ein Solo-Termin im Theater im Walzwerk geplant. Wer schon vorher Infos sammeln möchte, findet die beiden anders artigen Künstler unter http://www.dieandersartigen.de/

Der dritte Zauberkünstler des Abends war ein Wiederholungstäter. Funny-Merlin war bereits bei der Premiere des ZauberWerks im September dabei. Diesmal zeigte er in seiner ersten Hälfte ebenfalls einen neuen Zaubertrick, den er gerade erst aus einem Zauberversandhandel erhalten hatte – samt Hörpsiel-Anleitung. Selbst musste er bald feststellen, dass der Trick mit dem Verschwinden aus dem schwarzen Tuch wesentlich besser mit dem angekündigten Bandana als mit der Banane funktioniert hätte. Eine Banane lässt sich eben schwieriger falten und schlechter untersuchen. Aber funktioniert hat es trotzdem. Die Banane war verschwunden, woraufhin der Zauberkünstler aber auch das Bandana im Paket wiederfand. Die Banane sei laut Anleitungshörspiel doch eigentlich nur zur Stärkung gewesen…


Bei seinem Auftritt in der zweiten Hälfte zeigte Funny-Merlin einen zwar bereits bekannten, aber wieder unglaublich lustigen Trick mit zwei unauffälligen Tüchern, die einer Zuschauerin quasi die Klamotten vom Leib riss; zumindest einen Teil davon. Fast noch spektakulärer war dabei aber Merlins Aufschrei, der erst erahnen ließ, dass der Trick nicht ganz so funktioniert hatte wie er eigentlich sollte.


Funny-Merlin ist ein Zauberkünstler, der viele Facetten aufweist. In seinen beiden Auftritten beim ZauberWerk zeigte er vor Spannung geladene ebenso wie erstaunliche und sehr unterhaltsame Nummern. Seine Arbeit als Zauberer stellt er unter das Motto "...denn Magie soll unbegreiflich, aber nicht unbezahlbar sein!". Infos über ihn findet ihr unter Funny-Merlin

Neben den Zauberkünstlern sorgte an diesem Abend ein ganz besonderer Act für die musikalische Abwechslung. 20er-Jahre-Sänger Sebastian Coors bot einige seiner Lieder aus dem Showprogramm „Salonlöwengebrüll“ dar, in denen es um den Vergleich mit anderen Musikern, der Facebook-Nutzung seiner Mutter und seinen möglichen Wechsel zur Volksmusik geht. Dabei überzeugte er nicht nur mit seiner herausragenden Stimme, sondern auch mit seiner eindringlichen Mimik und seinen unterhaltsamen, modernen Texten. Mit seinem Soloprogramm „Salonlöwengebrüll“ ist er am 08.12.2017 im Theater im Walzwerk zu Gast. Weitere Infos über Sebastian findet ihr unter http://www.sebastian-coors.de

Das zweite „ZauberWerk“ war eine abwechslungsreiche Show voller Obst-und-Gemüse-Sauerei auf der Bühne, der magischen Geste des Bekreuzigens und vieler großartiger Künstler, die den Abend mit ihren Einzigartigkeiten zauberhaft rund gemacht haben!


Die nächsten Ausgaben des ZauberWerks finden am 16.11. und 21.12.2017 im Theater im Walzwerk statt und sind bereits fast ausverkauft, es gibt nur noch wenige Karten! Im nächsten Jahr geht es weiter – und ein Besuch der Pulheimer Zauber-Mixshow lohnt sich allemal!